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Grammatik-Glossar

Grammatik-Glossar

Das 'Gramm-Gloss' gibt dir einen Einblick in einige Phänomene der deutschen Sprache. Hier kannst du Informationen zur Grammatik, Phonetik, Wortbildung und Semantik nachschlagen.



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M

:

Es gibt verschiedene Arten von Mehrdeutigkeit bei Wörtern:

(1) Homonymie:

Dabei sind die Bedeutungen eines Wortes so verschieden, dass sie (anders als bei Polysemie) in keinem erkennbaren begrifflichen Zusammenhang mehr stehen:

die Kiefer (eine Baumart) – die Kiefer (Knochen des Kopfes)

Sie sind meist durch grammatische Unterschiede gekennzeichnet. Man kann Homonyme z.B. daran erkennen, dass sie verschiedene Pluralformen oder Artikel haben:

die Bank/die Bänke (Sitzmöbel) – die Bank/die Banken (Geldinstitut)

der Band (Ausgabe eines Buches) – das Band (ein Textil)

Homonyme sind auch Wörter, die gleich geschrieben werden, aber unterschiedliche ausgesprochen werden. Dann spricht man von Homographie:

modérn (aktuell) – módern (verfaulen) oder übersetzen (einen Text) übersetzen (mit dem Boot)

Außerdem sind Homonyme auch Wörter, die unterschiedlich geschrieben, aber gleich ausgesprochen werden. Dann spricht man von Homophonie:

die Wende (polit. Ereignis in Deutschland) – die Wände (Raumbegrenzung)


(2) Polysemie

Dabei kann man die einzelnen Wörter durch Assoziationen miteinander in Verbindung bringen. Sie haben eine gemeinsame Wurzel oder sind aus derselben Vorstellung heraus entstanden. Es gibt also eine Grundbedeutung, die für alle Wörter zählt:

die Maus (Tier) – die Maus (Computerzubehör)

Manchmal ist der Unterschied zwischen einem Homonym und einem Polysem nicht ganz klar. Denn bei manchen Wörtern kennen wir heute nicht mehr ihre Geschichte:

der Hahn (Tier) – der Hahn (Wasserregler)

Früher hat man noch die Regler an einem Waschbecken noch in der Form eines Hahnenkopfes gestaltet. Darum ist es ein Polysem.


Tipp für das Teekesselchen-Spiel: Am besten ist es, ihr einigt euch vorher, welche Arten von mehrdeutigen Wörtern ihr erraten wollt, wenn ihr das Teekesselchen-Spiel spielt.