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Hörbuch-Lexikon

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Das 'HöBu-Lex' gibt dir Informationen rund um das Medium Hörbuch.



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Jeder Hörtext unterscheidet sich je nach Sprecher oder Sprecherin. Das Sprechen eines Textes ist eine Form der Interpretation. Man kann hören, wie der Vorleser/die Vorleserin zu dem Text, den er oder sie liest, steht. Das bedeutet, man kann hören, welche Gedanken sich der Sprecher/die Sprecherin zu dem Text gemacht hat, welche Gefühle er/sie dazu hat, welche Textstellen für ihn/sie besonders wichtig sind und wie er/sie den Text deutet und versteht.

Ob ein Mann oder eine Frau einen Text vorliest wirkt sich ebenso auf das Hörbuch aus wie das Alter des Vorlesenden und die Erfahrungen, die er oder sie mit damit hat, in ein Mikrofon zu sprechen. Wenn der Verfasser selbest den Text vorliest, hat das ebenfalls einen Einfluss auf die Wirkung. Außerdem klingt ein Hörtext ganz anders, wenn ihn mehrere Leute vorlesen. Manche Stimmen passen einfach gut zusammen, während andere Stimmen weniger gut harmonisieren.
Wie subjektiv eine solche Meinung aber ist, zeigen diese Zitate zu Hörbuchrezensionen:

"Mir ging[en] die quengelig-näselnde Stimme von Anthony Bruno (alias Bruno Wawrczek) [...] schlicht auf die Nerven."

"Christian Brückner könnte wahrscheinlich aus dem Telefonbuch vorlesen, und es würde noch wundervoll klingen."




aus: Schnickmann, Tilla (2007): Von Sprach- und Sprechkunstwerk. Die Stimme im Hörbuch: Literaturverlust oder Sinnlichkeitsgewinn? In: Rautenberg, U.: Das Hörbuch. Stimme und Inszenierung. Wiesbaden: Harrassowitz Verlag. 28 und 38ff