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Ziel: Wie kann ich es vermeiden, Menschen zu schnell zu verurteilen und MIR somit viele unangenehme Gefühle ersparen und DIESEN MENSCHEN eine Chance zu geben?

Schritte:
1. Ausgangssituation
Du triffst einen (oder mehrere Menschen), die etwas sagen oder tun, was dir merkwürdig vorkommt oder sogar negativ auffällt.
2. Mach dir deine Gefühle bewusst.
Ich mache mir bewusst, dass ich etwas Negatives empfinde, indem ich versuche, das Gefühl genau zu definieren. Z.B. "Was ist es, was mich gerade so nervös macht? Wut? Ärgernis? Ekel? Bin ich einfach irritiert und weiß nicht, wie das gemeint ist? Fühle ich mich ungerecht oder anders schlecht behandelt?"
3. Wäge ab.
Wenn du das Gefühl bestimmt hast, überlege dir, wie wichtig es dir ist, mit der Person darüber zu sprechen oder ob du es womöglich dabei belassen kannst.
4. Triff eine Entscheidung.
a) Sprich die Person in einem freundlichen Tonfall an und bitte darum, dir zu erklären, was dies genau bedeuten sollte und wie es dazu kommt.
b) Belasse es dabei und fahre mit Schritt 5. fort.
5. Denke dir einen passenden Lebenslauf für diese Person aus.
Überlege dir Situationen und Personen, die zu diesem Handeln geführt haben könnten. Wenn zum Beispiel jemand mit den Händen, die zudem auch noch dreckig sind, isst, was dir äußerst unhygienisch vorkommt, überlege dir:
Warum tut die Person das? Vielleicht hat sie es von ihren Eltern so gelernt. Vielleicht findet die Person Besteck unhygienisch und isst lieber mit den eigenen Händen, da sie genau weiß, was sie damit vorher berührt hat.
Denk dir auch eine Situation aus, in der die guten Eigenschaften der Person gefragt sind. Z.B. wie sie ihren Verwandten und Freunden hilft, wenn sie darum gebeten wird. Mach dir unbedingt auch positive Eigenschaften bewusst!
6. Wechsle die Perspektive und überlege dir Vorteile für das jeweilige Verhalten.
Wenn die Person immer mit schmutzigen Händen isst, wird ihr Immunsystem gestärkt. Das Essen schmeckt sicherlich besser, wenn ich es nicht nur im Mund fühle und erfahre.
7. Hinterfrage deine eigenen Gewohnheiten (aus der anderen Perspektive).
Wer weiß, wer zuletzt mit der Gabel gegessen hat, vielleicht ist sie gar nicht so sauber, wie ich denke? Wäre es überhaupt so dramatisch, wenn sie nicht ganz sauber wäre? Sieht es für diese Person nicht auch merkwürdig aus, wenn ich mit einem Metallstab mein Essen aufspieße?
8. Stell dir drei Fragen:

Hat nicht jeder Mensch auf dieser Welt mindestens eine Gewohnheit, egal wie klein und unwichtig sie sein mag, die jemand anderem merkwürdig vorkommt?

Haben die Menschen diese Gewohnheiten, weil sie jemandem etwas Böses wollen oder sind sie nicht jeweils trotzdem gute Menschen? (Denke auch an deine eigenen "Merkwürdigkeiten")

Kannst du diese Menschen nicht einfach akzeptieren wie sie sind, eben anders als du?

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