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Einige Merkmale der Textsorte Märchen
(Schweikle (Hg.) (1990): Metzler Literaturlexikon. Metzlersche Verlagsbuchhandlung: Stuttgart.)

Aufhebung der Kausal- und
Naturgesetze

Verwandlungen:
Frosch zu Prinz (Der Froschkönig)
Kürbis zu Pferdekutsche (Aschenputtel)
sprechende Tiere, Pflanzen, Gegenstände: Esel, Hund, Katze, Hahn (Die Bremer Stadtmusikanten
Auftreten von Fabelwesen z.B. Riesen, Zwerge, Hexen, Feen, Drachen
Stereotype
stereotype Schauplätze: Schloss, Wald, Höhle, Quelle usw.
stereotype Requisiten: Brunnen, Zauberspiegel, -ring, -lampe
stereotype Farben: gold, schwarz-weiß, rot-weiß
Einschichtigkeit
wenige Figuren im Zentrum der Handlung: Prinzessin und Frosch
Aschenputtel
Hänsel und Gretel
Figuren

typisierte Figuren: König, Königstochter, -sohn,
Held/in meist von niederer Herkunft
böse Stiefschwester usw.
Namen: meist namenlos, Allerweltsnamen
(Hans usw.)

sprechende Namen
(Schneewittchen, Dornröschen usw.)
Vorhersehbarkeit (Handlung, Ende)

vorhersehbare Handlung: Auszug der zentralen Figur, Vertreibung Bewährungsprobe
(Lösung einer Aufgabe oder eines Rätsel
s)
das Gute siegt über das Böse
Prinzip Dualismus: gut-böse, arm-reich, schön-häßlich
Strukturierung mit Symbolzahlen
Dreizahl: 3 Wünsche, 3 Rätsel
Siebenzahl: 7 Zwerge, 7 Jahre Frist
Formelhaftigkeit der Sprache

Eingangs- und Schlussformeln: Als das Wünschen noch geholfen hat...
Es war einmal...
Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.
Und sie lebten glücklich bis an ihr Lebensende.
Wiederholungen, Beschwörungs- und Merkverse: "Knusper, knusper Knäuschen, wer knuspert an meinem Häuschen." "Der Wind, der Wind, das himmlische Kind."
(Hänsel und Gretel)
"Ruckedieguh, ruckedieguh, Blut ist im Schuh."
(Aschenputtel)

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