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1. Analepse vs. Prolepse

Prolepse (Vorgriffe) und Analepse (Rückblenden) bezeichnen wir als Anachronien. Wir erkennen sie durch Signalwörter im Text, die wir mit unserem Wissen über die Figur und unserem Weltwissen verknüpfen.

Prolepse:

Ein Ereignis, das sich in der Geschichte erst noch ereignen wird, wird im Discours an früherer Stelle erzählt (A C B). Bei der Prolepse ist es zuweilen schwierig, zwischen unbestimmten Verweisen auf allgemeine Folgen und echten Prolepsen, d.h. dem früheren Erzählen von etwas, was später tatsächlich geschieht, zu unterscheiden. Zum Beispiel leiten Formeln wie „zuweilen geschieht es“ oder „auf solche Phasen im Leben folgt gewöhnlich“ keine Prolepsen ein, sondern sind Annahmen oder Schlüsse. Auch Wünsche, Ängste und Träume von Figuren sind keine Prolepsen, weil sie nicht in der Zukunft erzählen, sondern ein Annahme in der Erzählgegenwart.

Eine Ausnahme hiervon stellt die sogenannte ‚zukunftsgewisse Vorausdeutung’ dar, bei der Figuren, die durch die Regeln des Genres oder der erzählten Welt als Wissende gelten wie z.B. Hexen, Zauberer oder Wahrsager.

Analepse: Ein Ereignis, das sich in der Geschichte früher ereignet hat, wird im Discours an späterer Stelle dargestellt. (B A C) Im Gegensatz zu Prolepsen sind Analepsen ein häufig angewendetes Erzählverfahren.

Kleinere oder größere Rückblenden werden häufig in Texte eingebunden um handlungsrelevante Informationen nachzulieferen. Dieses Verfahren kann aber auch für den Text insgesamt angwendet werden.

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