Montag, 25. September 2017, 15:32

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Glossar: Literatur-Lexikon

C

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CHARAKTERISIERUNG VON FIGUREN

Informationen über literarische Figuren können auktorial, also durch einen Erzähler?, oder figural, also durch andere Figuren übermittelt werden.

Zusätzlich? lässt sich zwischen expliziter (oder direkter) und impliziter (oder indirekter) Charakterisierung unterscheiden.
Explizit wird eine Figur durch direkte Aussagen über sie charakterisiert.
Implizit durch Beschreibung von Verhaltensmustern, Aussagen oder Ähnlichem, die Rückschlüsse auf den Charakter der Figur zulassen.



http://de.wikipedia.org/wiki/Literarische_Figur
?

E

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1. Analepse vs. Prolepse

Prolepse (Vorgriffe) und Analepse (Rückblenden) bezeichnen wir als Anachronien. Wir erkennen sie durch Signalwörter im Text, die wir mit unserem Wissen über die Figur und unserem Weltwissen verknüpfen.

Prolepse:

Ein Ereignis, das sich in der Geschichte erst noch ereignen wird, wird im Discours an früherer Stelle erzählt (A C B). Bei der Prolepse ist es zuweilen schwierig, zwischen unbestimmten Verweisen auf allgemeine Folgen und echten Prolepsen, d.h. dem früheren Erzählen von etwas, was später tatsächlich geschieht, zu unterscheiden. Zum Beispiel leiten Formeln wie „zuweilen geschieht es“ oder „auf solche Phasen im Leben folgt gewöhnlich“ keine Prolepsen ein, sondern sind Annahmen oder Schlüsse. Auch Wünsche, Ängste und Träume von Figuren sind keine Prolepsen, weil sie nicht in der Zukunft erzählen, sondern ein Annahme in der Erzählgegenwart.

Eine Ausnahme hiervon stellt die sogenannte ‚zukunftsgewisse Vorausdeutung’ dar, bei der Figuren, die durch die Regeln des Genres oder der erzählten Welt als Wissende gelten wie z.B. Hexen, Zauberer oder Wahrsager.

Analepse: Ein Ereignis, das sich in der Geschichte früher ereignet hat, wird im Discours an späterer Stelle dargestellt. (B A C) Im Gegensatz zu Prolepsen sind Analepsen ein häufig angewendetes Erzählverfahren.

Kleinere oder größere Rückblenden werden häufig in Texte eingebunden um handlungsrelevante Informationen nachzulieferen. Dieses Verfahren kann aber auch für den Text insgesamt angwendet werden.

F

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Fraktur (lat. Bruch) heißt eine Schrift, die im 16. Jahrhundert im deutschsprachigen Raum entstanden ist. Sie breitete sich bis nach Skandinavien und im östlichen Mitteleuropa aus. Im deutschsprachigen Raum wurden ab dem 18. Jahrhundert die Schriften Fraktur und Antiqua parallel verwendet. Die Fraktur wurde als vertrauter und volkstümlicher empfunden, während die Antiqua als moderner und internationaler empfunden wurde.

Frakturliste

M

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Die Herkunft des Wortes

Das Wort Märchen ist eine Verniedlichung des Wortes Mär. Eine Mär bedeutete im Mittelhochdeutschen soviel wie Kunde, Bericht, Erzählung. Mittelhochdeutsch ist eine ältere Form des Deutschen und wurde vom 11. bis zum 14. Jahrhundert in den heute deutschsprachigen Regionen sowie in angrenzenden Gebieten gesprochen.


Die Bedeutung
Ein Märchen ist eine phantastische Geschichte, die mündlich überliefert wurde.


Die Überlieferung
Die Märchenerzähler improvisierten oft einen Teil der Geschichte um einen festen Handlungskern. Deshalb gibt es auch oft verschiedene Versionen eines Märchens.


Die Märchensammlung der Gebrüder Grimm
Die Brüder Jacob und Wilhelm sammelten volkstümliche Märchen im deutschsprachigen Raum und schrieben sie auf. Dabei veränderten sie die mündlichen Überlieferungen, so dass sie auch für Kinder geeignet waren. Sie verwendeten einen Sprachstil, den sie volkstümlich und einfach fanden. Im Jahr 1812/13 veröffentlichten sie diese Märchen in dem Buch "Kinder- und Hausmärchen" .


Quelle: Schweikle (Hg.) (1990): Metzler Literaturlexikon. Metzlersche Verlagsbuchhandlung: Stuttgart.

: Einige Merkmale der Textsorte Märchen
(Schweikle (Hg.) (1990): Metzler Literaturlexikon. Metzlersche Verlagsbuchhandlung: Stuttgart.)

Aufhebung der Kausal- und
Naturgesetze

Verwandlungen:
Frosch zu Prinz (Der Froschkönig)
Kürbis zu Pferdekutsche (Aschenputtel)
sprechende Tiere, Pflanzen, Gegenstände: Esel, Hund, Katze, Hahn (Die Bremer Stadtmusikanten
Auftreten von Fabelwesen z.B. Riesen, Zwerge, Hexen, Feen, Drachen
Stereotype
stereotype Schauplätze: Schloss, Wald, Höhle, Quelle usw.
stereotype Requisiten: Brunnen, Zauberspiegel, -ring, -lampe
stereotype Farben: gold, schwarz-weiß, rot-weiß
Einschichtigkeit
wenige Figuren im Zentrum der Handlung: Prinzessin und Frosch
Aschenputtel
Hänsel und Gretel
Figuren

typisierte Figuren: König, Königstochter, -sohn,
Held/in meist von niederer Herkunft
böse Stiefschwester usw.
Namen: meist namenlos, Allerweltsnamen
(Hans usw.)

sprechende Namen
(Schneewittchen, Dornröschen usw.)
Vorhersehbarkeit (Handlung, Ende)

vorhersehbare Handlung: Auszug der zentralen Figur, Vertreibung Bewährungsprobe
(Lösung einer Aufgabe oder eines Rätsel
s)
das Gute siegt über das Böse
Prinzip Dualismus: gut-böse, arm-reich, schön-häßlich
Strukturierung mit Symbolzahlen
Dreizahl: 3 Wünsche, 3 Rätsel
Siebenzahl: 7 Zwerge, 7 Jahre Frist
Formelhaftigkeit der Sprache

Eingangs- und Schlussformeln: Als das Wünschen noch geholfen hat...
Es war einmal...
Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.
Und sie lebten glücklich bis an ihr Lebensende.
Wiederholungen, Beschwörungs- und Merkverse: "Knusper, knusper Knäuschen, wer knuspert an meinem Häuschen." "Der Wind, der Wind, das himmlische Kind."
(Hänsel und Gretel)
"Ruckedieguh, ruckedieguh, Blut ist im Schuh."
(Aschenputtel)

P

:

Psychogramm:

griechisch? der Versuch eines Persönlichkeitsbilds durch Zusammenstellung und Deutung aller erfassbaren psychologischen Daten.

Porträt?:

ist in der Literatur die Beschreibung der wesentlichen Eigenschaften einer nicht-fiktiven Person, bes. ihrer äußeren Erscheinung und ihres Charakters, verbunden mit der Erzählung? kennzeichnender Handlungen und Lebenssituationen. Das Porträt? kann als Teil von Texten verschiedner Gattungen und Textsorten auftreten. 

Quelle: Metzler Literatur Lexikon (2007)

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Präsentation von Ereignissen:

Narrativer Modus: Dieser Modus liegt vor, wenn nicht-sprachliche Ereignisse erkennbar von einem Erzähler präsentiert werden.

So werden Handlungen und Geschehnisse der erzählten, fiktionalen Welt sprachlich durch die Worte eines Erzählers vermittelt. Dieser steht somit erkennbar zwischen dem Leser und dem (vermeintlich) unmittelbar Geschehenden, indem er die Geschehnisse - aus einem gewissen ‚Abstand’ heraus - nicht nur wiedergibt, sondern rafft, zusammenfasst, kommentiert, modifiziert usw.

Dramatischer Modus: Dieser Modus liegt vor, wenn nicht-sprachliche Ereignisse so präsentiert werden, dass der Eindruck entsteht, eine vermittelnde Erzählinstanz sei kaum bzw. gar nicht an dieser Präsentation beteiligt.

Um nicht-sprachliche Ereignisse sprachlich darzustellen, wird natürlich immer eine sprechende Instanz, ein Erzähler also, benötigt. Solche Ereignisse können aber ganz offensichtlich so präsentiert werden, dass beim Leser der Eindruck von Unmittelbarkeit entsteht: Dieser kann also meinen, der Erzähler sei ganz unbeteiligt und die Ereignisse würden unmittelbar und ‚natürlich’ präsentiert: als eine ‚Szene’. Strategien solchen Erzählens sind etwa:

  • (detailreiche) Beschreibungen (aus der Wahrnehmungsperspektive einer beteiligten Figur)

  • konkrete raum-zeitliche Bestimmungen

  • chronologisch-kausale Ereignisabfolgen

  • zeitdeckendes Erzählen sowie jeglicher Verzicht auf Kommentare durch den Erzähler

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àErzählte Rede: Dieser Modus liegt vor, wenn die Worte einer Figur erkennbar von einem Erzähler, also mittelbar wiedergegeben werden. Man erkennt sie daran, dass der Erzähler deutlich von den Worten der Figur, die diese (vermeintlich) in der erzählten Welt spricht, abweicht - indem er sie weglässt, zusammenfasst oder anderweitig verändert. Je nach Ausführlichkeit gibt es zwei Varianten:

Erwähnung des sprachlichen Akts: Nur das Stattfinden eines sprachlichen Akts wird vom Erzähler berichtet. Der Inhalt wird dabei nicht genauer spezifiziert.

Redebericht: Ein sprachlicher Akt wird vom Erzähler berichtet und dessen Inhalt allgemein wiedergegeben.

à Transponierte Rede: Dieser Modus liegt vor, wenn der Erzähler auf bestimmte und eng begrenzte Art erkennbar an der Präsentation der Worte einer Figur beteiligt ist, indem er sie nämlich in eigene Rede überführt.

Dabei ist eine Form der Wiedergabe von Worten auszumachen, die zwischen narrativem und dramatischem Modus liegen: Dort wird Figurenrede nicht erzählt oder zitiert, sondern transponiert.

Zu unterscheiden sind dabei zwei Arten der Transponierung, die gleichermaßen für Worte wie auch für Gedanken Verwendung finden können:

Indirekte Rede (oratio obliqua): Erzählerische Redewiedergabe in der 3. Person Präsens Konjunktiv (bei Ich-Erzählung: in der 1. Person für das erlebende Ich), ohne Innensicht, mit der Möglichkeit kommentierender Einmischung, in vollständiger Syntax ohne Anführungs-, Ausrufe- und Fragezeichen.

Der Inhalt der Figurenrede bzw. der Gedanken bleibt zwar erhalten, nicht jedoch ihr Wortlaut, da das Gesagte einem anderen Sprecher, dem Erzähler, als Inhalt eines „dass“-Satzes im Konjunktiv zugeordnet wird.

Erlebte Rede: Erzählerische Redewiedergabe in der 3. Person Präteritum Indikativ, mit Innensicht und der Möglichkeit kommentierender Einmischung, aber ohne ‚verba dicendi et sentiendi’, in vollständiger Syntax (Ausnahme: Interjektionen) und mit unbeschränkter Interpunktion, jedoch ohne Anführungszeichen.

In erlebter Rede bleiben zwar der Wortlaut und die Ausdrucksqualität des von der Figur Gesagten weitgehend erhalten, werden aber (mitunter in fließenden Übergängen) in den Erzählerbericht samt dessen Tempus und Syntax eingebettet. Erlebte Rede ist somit zwar weniger narrativ als indirekte Rede, auch sie bleibt aber letztlich formal dem Erzähler zugeordnet.

à Zitierte Rede: Dieser Modus liegt vor, wenn die Worte einer Figur ohne (wesentliche) Eingriffe durch den Erzähler wiedergegeben werden.

Die zitierte Figurenrede zur Wiedergabe von Worten einer Figur kann entweder ohne Markierungen des Zitierten und/oder Sprechernennungen bzw. inquit-Formeln auskommen (autonome direkte Figurenrede), sie kann diese aber auch nutzen und so das Zitierte als Zitiertes markieren (direkte Figurenrede).

In beiden Fällen entsteht der Eindruck, daß die Worte bzw. ganze Gespräche der Figuren direkt, unvermittelt und szenisch wiedergegeben werden.

Autonome direkte Rede: Wie direkte Rede, aber ohne verba dicendi, evtl. sogar ohne Anführungszeichen.

Direkte Rede (oratio recta): Erzählerische Redewiedergabe in der 1. bzw. 2. Person Präsens Indikativ (als Basistempus), ohne Innensicht und kommentierende Einmischung, in vollständiger oder bei Bedarf beliebig unvollständiger Syntax. Eingeleitet mit einem verbum dicendi.

 

 

 

S

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Till Eulenspiegel gehört der literarischen Gattung an, die als „Schwank“ bezeichnet wird und leitet sich von dem mittelhochdeutschen Substantiv swanc (= 'schwingende Bewegung', 'Schlag', 'Streich') abgeleitet wird. Das Wort „Schwank“ hat ursprünglich „einen boshaften oder listigen Fechterstreich“ bezeichnet (vgl. Ott 2002, S. 423). Allerdings hat sich die Bedeutung mit der Zeit in die Bezeichnung scherzhaften Streiches oder einer Erzählung umgewandelt.

Schwänke sind fiktive, unterhaltsame volksnahe Erzählungen, die auf eine Pointe ausgerichtet ist. Sie handelt meistens Betrügereien, Streichen, Kupplereien u.ä.

Als literaturwissenschaftliche Gattungsbezeichnung wird Schwank erst seit Anfang des 20. Jahrhunderts benutzt.

Die moderne deutsche Literatur bezeichnet als Schwank eine dramatische Gattung z.B. Theaterschwank, Volksschwank etc.). In Bezug auf das Mittelalter wird der Begriff allerdings nur im Sinne eines epischen Textes gemeint.

Quelle: http://www.uni-due.de/~hg0222/index.php?option=com_content&view=article&id=205:einfuehrung-sachinformationen&catid=56&Itemid=198

T

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Das Buch Till Eulenspiegel gehört zur Weltliteratur ,ist in mehrere Sprachen übersetzt worden und wurde zur Inspiration für Schriftsteller und andere Künstler sowohl in Deutschland, als auch in anderen Ländern. Das mittelniederdeutsche Volksbuch erzählt Geschichte eines Schalks, der in verschiedene Städte gewandert ist, um dort den Menschen durch seine Streiche ihre Mängel und Unzulänglichkeiten aufzuzeigen. Es gibt Indizien, dass Till Eulenspiegel tatsächlich gelebt hat und als Vorbild für die Legende gedient hat.

Das Buch „Till Eulenspiegel wurde zum ersten Mal anonym veröffentlicht. Die älteste erhaltene Fassung stammt aus dem Jahr 1510/1511. Eines großen Zuspruchs erfreute sich die Theorie, dass Till Eulenspiegel von Hermann Bote geschrieben wurde, die allerdings in der letzten Zeit ebenfalls infrage gestellt wurde .

Wenn du etwas mehr über das Buch und seine Bedeutung wissen möchtest, schau einfach auf die WebSeite: http://www.eulenwelt.de/interessantes_eulenspiegel.htm